ADAC Fahrsicherheitstraining

Phu, 8 Stunden auf so nem Platz rumstehen? In der Zeit könnte man ne super Tour machen! Ich kann doch fahren! Pha, was wollen die mir noch beibringen? Da langweile ich mich doch bestimmt nur.

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Ja, solche Sätze hört man oft wenn man das Thema Fahrsicherheitstraining anspricht. Umso mehr Jahre der Fahrer auf dem Buckel hat, umso derber werden die Sprüche in der Regel. Aber ist dieses Gehabe berechtigt? Kann jemand der schon 30 Jahre lang Motorrad fährt wirklich nicht mehr von einem Fahrsicherheitstraining profitieren?

Ich sage: jeder kann und wird von so einem Fahrsicherheitstraining profitieren! Sind wir doch mal für einen kurzen Moment ehrlich zu uns selbst: wie oft trainieren wir mit dem Motorrad? Also Gefahrenbremsung von 80km/h+ bis Stillstand, ausweichen bei 70 km/h+ oder verzögern mit anschließendem Ausweichen? Die Antwort wird bei einigen sein: zu selten. Und bei den meisten: gar nicht.

Oder wann hat man schonmal die Möglichkeit, auf der Kreisbahn die Schräglagengrenzen seines Motorrades auszuloten? Und von außen beurteilen lassen wie schräg man denn jetzt wirklich war (man überschätzt seine Schräglage ja oft) und ob die Maschine da noch Reserve hatte? Oder ob die Blickführung gepasst hat oder man doch wieder nur 10m vor das Vorderrad gestarrt hat.

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Oder die vielen Tricks beim Schrittempo fahren, die einem das Wenden am Lenkanschlag oder Stop&Go am Berg einfacher machen.

Davon, dass man durch diverse Übungen ein ganz anderes Gefühl für das Motorrad bekommt fang ich mal gar nicht erst an. Das fängt beim stehenden freihändigfahren an und hört beim rumturnen auf dem fahrenden Motorrad auf. (keine Sorge, es ist kein MUSS diese Übungen alle mitzumachen.)

Oder schonmal eine Holzbrett bei knackiger Schräglage überfahren? Überraschung: es passiert so gut wie nichts! Das Motorrad versetzt leicht, das war es gewesen. Wo der ein oder andere vor so einem Training vielleicht Panik bekommen hätte, fährt er danach halt entspannt drüber. Oder man weicht halt doch aus, auch das ausweichen in Schräglage lernt man bei einem Fahrsicherheitstraining.

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Und erst wenn man so einen Bremsweg bei verschiedenen Geschwindigkeiten mal abgeschritten ist, weiß man was 20 km/h zu viel auf dem Tacho bedeuten. Und wenn man dann noch sieht, dass so ein Motorrad in 50m Entfernung hinter nem ausgestreckten Daumen verschwindet, überdenkt man seinen bisherigen Fahrstil vielleicht nochmal.

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Und dabei geht es gar nicht darum, dass man in Zukunft fährt wie ein altersschwacher Greis oder sich permanent sorgen macht wie gefährlich das doch alles ist. Es geht darum, seinem Motorrad mehr zu vertrauen. Unsere persönlichen Grenzen fangen in der Regel lange vor den Grenzen des Motorrads an. Klar, es kann immer mal etwas dummes passieren. Dreck in der Kurve, ein Ölfleck etc. Da steckt man nicht drin! Aber so ein Fahrsicherheitstraining hilft dem alten Hasen genauso wie der Jungrobbe sicherer und vor allem mit mehr Spaß durch das Motorradfahrerleben zu kommen!

Fazit: kann es jedem nur nahelegen Fahrsicherheitstrainings zu besuchen. Es macht Spaß, es frischt altes Wissen auf und wenn man diese Trainings regelmäßig besucht (vielleicht jeweils kurz nach Saisonstart), rostet man auch nicht so schnell ein!

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