Zu kalt, zu warm, es könnte regnen – Die zarte Pflanze Motorradfahrer!

Rekordsommer 2018! Wenn man von den Schäden für Landwirtschaft und den langen Gesichtern bei Eigentümern gepflegter, englischer Rasenflächen mal absieht, ist das ein Bilderbuch Sommer! Kaum Regentage, Temperaturen wie am Mittelmeer, Sonnenstunden ohne Ende! Da kann man als Kraftradtreiber schlecht meckern, oder?

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Quatsch! Natürlich kann man meckern! Uns geht es hier ja viel zu gut um nicht einen Grund zu finden, doch meckern zu können! Ganz klar, es ist vieeeeel zu warm zum Motorrad fahren! Vieeeeeeeeel zu warm! Das hält kein Mensch aus! Und die Zeitungen sind voll von Meldungen wie: „Soooo ein Feuerball Junge! Motorradfahrer verglüht auf Motorrad!“.

Bevor jetzt einer diverse Nachrichtenportale durchsucht: Nein, natürlich nicht! Was man aber oft ließt, vor allem in diversen sozialen Medien, sobald es mal einen Tag abkühlt: „Phuu, endlich wieder erträgliche Temperaturen zum Motorrad fahren“ oder „die kühleren Stunden gleich mal nutzen um ne Runde zu drehen“. Das sind dann oft die gleichen die überhaupt erst ab 20°C anfangen zu fahren! Da frag ich mich natürlich schon: wann fahren die denn überhaupt? In Deutschland wird es recht spät warm, dafür aber auch recht früh wieder kühl (danke dafür!). Wenn wir dann mal nen richtigen Sommer haben, wie dieses Jahr, sind die Tagestemperaturen im July/August selten unter 25°C, was vielen ja schon wieder fast zu warm ist. Man merkt: das Zeitfenster zum Motorradfahren wird da für manch einen ziemlich knapp! Gut, das erklärt zumindest Jahresfahrleistungen von 1.000km und weniger (ja, sowas gibts. Unglaublich aber wahr).

traffic lights with red light on
Photo by PhotoMIX Ltd. on Pexels.com

Ich denke wir sind uns einig: bei 35°C für 5 Minuten an einer Ampel stehen macht keinen Spaß. Auch mir nicht. Das gibt Arschwasser und die Sauna am Abend kann man sich sparen. Aber man kann Strecken doch so legen, dass man das clever umschifft (für Leute die mitten in einer Großstadt leben tut es mir der Stelle leid. Meine Gedanken sind bei euch wenn mir bei 35°C der Fahrtwind um mein hübsches Näschen weht) und wenn es sich nicht vermeiden lässt kühlt nach der Ampel die Fahrtwind wieder runter. Und nein, ich fahre nicht nur im T-Shirt. Lederjacke ist immer am Start, genauso wie Handschuhe (bei den Temperaturen halt luftige Sommerhandschuhe), geeignete Hose (für kürzere Touren oder zur Arbeit Kevlar Jeans, für längere Touren Lederhose mit langer Funktionsunterwäsche drunter (gaaaaanz wichtig, sonst wirds wirklich unschön da drinnen) und entsprechendes Schuhwerk.

 

Aber natürlich geht das Elend auch in die andere Richtung: es ist zu kalt! Wenn man mal so rumfragt, hat da ja jeder seine eigene Schmerzgrenze. Auch ich! Meine liegt bei 4°C. Ab da fahr ich. Bei 4°C funktioniert mein Zwiebelprinzip noch und meine Unterzierhandschuhe bewahren mich für 2-3h vor Frostbeulen. Die beste Aussage die ich mal gehört habe war: ich fahr erst ab 20°C, weil da die Reifen erst Temperatur aufbauen. Der Typ hatte nen Angststreifen am Hinterrad, hätte er den als Werbefläche verkauft, er wäre Reich! Aber um Ausreden war der Mensch an sich ja noch nie sonderlich verlegen, von daher wundert mich da nichts mehr.

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Natürlich: es ist schöner bei 20°C zu fahren als bei 4°C und dick eingepackt! Aber Motorrad fahren ist wie Pizza: Auch kalte Pizza ist einfach phänomenal gut!

 

Kommen wir zum letzten Punkt: der Regen! Hier hebe ich ganz energisch die Hand und sage: JA! ICH FAHRE AUCH NICHT VORSÄTZLICH BEI REGEN! Das heißt: ich schau aus dem Fenster, es regnet in strömen, ich lass die gute Heidrun in der Garage. Aber bleibe ich Zuhause, nur weil der Wetterbericht meint es könnte vielleicht Regnen? NEIN! Wenn mich der Regen auf der fahrt erwischt, ok. Ist halt so. Machste nix! Vielleicht wird die Kombi davon ja sauber (wird sie übrigens nicht)! Aber aufhalten lassen? Von nem Wetterbericht? Niemals! Aber es gibt Leute, wenn da Regen nicht zu 100% ausgeschlossen ist (am besten für die nächsten 3 Tage), bleibt das Kraftrad stehen. Leute, Motorräder sind nicht aus Zucker! Die vertragen ein bisschen Regenwasser (so lange es nicht mit Streusalz versetzt ist) ganz gut!

black and white hand raining
Photo by Tookapic on Pexels.com

 

Bei den Vorstellungsrunden diverser Fahrsicherheitstrainings wird oft gefragt wie viele km man im Jahr so fährt. Das geht von beachtlichen 40.000km bis runter auf 500km. Wenn man sich die oben angesprochenen Punkte mal durch den Kopf gehen lässt, wundert man sich über die 500km nicht mehr wirklich.

Also Leute: FAHRT MEHR MOTORRAD! So lange ihr noch könnt! Irgendwann hat man mal ein Alter erreicht, da kann man tatsächlich Temperaturbedingt nicht mehr fahren. Und dann denkt man an seine „guten“ Jahre zurück und sagt sich wehmütig: na, hätte ich damals mal als ich noch richtig konnte…

 

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